Frauen mit Beeinträchtigung / Behinderung

Frauen mit Beeinträchtigung / Behinderung

DER PARITÄTISCHE Bayern stellt sein neues Webportal vor:

Stop! Das will ich nicht – Wege aus der Gewalt für Frauen mit Behinderung

Frauen mit Behinderung und Beeinträchtigungen sind im Lebensverlauf allen Formen von Gewalt deutlich häufiger ausgesetzt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. Die Ergebnisse der ersten repäsentativen Studie in Deutschland von 2013 zeigten eine zwei- bis dreifach erhöhte Belastung durch sexuelle Gewalt im Lebensverlauf und die fast doppelt so häufige Betroffenheit durch psychische und körperliche Gewalt im Erwachsenenleben.

Inzwischen ist ebenfalls wissenschaftlich belegt, dass diese Frauen mit ihren Gewalterfahrungen weitgehend alleine bleiben. Eine weitere Untersuchung zum Angebot von Schutz und Hilfe für gewaltbetroffene Frauen mit Behinderung zeigt auf:  Frauen mit Behinderungen kommen im Unterstützungssystem gar nicht oder nur selten an.

Es fehlen barrierefreie Informationen und Hinweise,

DER PARITÄTISCHE – Wege aus der Gewalt:

  • die deutlich machen, dass Frauen mit Behinderungen erst genommen werden und die sie ermutigen, über Gewalterfahrungen zu sprechen und sich Hilfe zu holen,
  • die aufzeigen, wo und auf welchem Weg Frauen mit Behinderung Beratung und Schutz erhalten können und wie barrierefrei die Einrichtungen tatsächlich sind
  • die transparent machen, wie der Ablauf eines Beratungsprozesses oder die Aufnahme in ein Frauenhaus entsprechend der Behinderung sein können.

Die Studie bestätigt auch, dass es bisher kaum Kooperationen zwischen den Hilfesystemen der Behindertenhilfe, der Psychiater und den Frauenunterstützungseinrichtungen gibt. Es fehlen der gegenseitige Informationsaustausch und der Transfer von Fachwissen. Beides ist notwendig, um niedrigschwellige Zugangswege zu eröffnen.

Der Paritätische hat auf diesen Handlungsbedarf reagiert. Er entwickelt ein weitgehend barrierefreies Webportal zur Prävention und Hilfe bei sexualisierter und häuslicher Gewalt für Frauen und Mädchen mit Behinderungen. Dabei wird er von Fachkräften aus den Hilfesystemen und Expertinnen aus Betroffenenorganisationen unterstützt. Die Finanzierung erfolgt durch das bayerische Sozialministerium.

Das Portal richtet sich an alle Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, an Angehörige und an Mitarbeiter/innen in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Darüber hinaus werden mit diesem Portal auch Frauen angesprochen, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen, da die Texte durch die vereinfachte Sprache gut verständlich sind. Gehörlose finden Informationen in Gebärdensprache.

Das Webportal stellt Informationen zur Verfügung, die Frauen helfen, Gewalterfahrungen klarer zu erkennen und zu benennen. Sie werden ermutigt, sich Unterstützung zu holen und erhalten detaillierte Informationen zu den Beratungs- und Schutzeinrichtungen.

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