Identitätsstrukturen in der Sozialen Arbeit – Einblicke in Dissoziative Identitätsstörung (DIS)
Datum: 17.03.2026
Uhrzeit: 09:00 – 16:00 Uhr
Ort: Heinersreuther Hof, Heinersreuth 10, 95361 Ködnitz, www.heinersreuther-hof.de
Übernachtung im Tiny-House über uns auf Anfrage per Mail.
Referentin: Susana Pietsch (Selbstfindungsraum)
Teilnahmegebühr: 150 € inklusive Verpflegung und Getränke
Anmeldung bitte bis zum 06.03.2026
Zielgruppe: Sozialarbeiter*innen, Therapeut*innen, Berater*innen, Fachkräfte in der Jugendhilfe, Beratungsstellen (insbesondere für sexualisierte Gewalt), und alle, die in der Begleitung von Menschen mit komplexen Traumafolgen tätig sind.
In der Sozialen Arbeit begegnen wir täglich Menschen, deren Lebensgeschichten wir zu Beginn noch nicht kennen. Erst durch Beziehung, Vertrauen und eine professionell gestaltete Arbeitsbeziehung wird sichtbar, welche inneren Verletzungen, Diagnosen und Überlebensstrategien eine Person mitbringt – und welche Art der Begleitung hilfreich sein kann.
Sexualisierte Gewalt spielt bei Gewaltkontext oftmals eine Rolle. Unklar bleibt jedoch zunächst, in welchem Kontext Betroffene Gewalt erleben oder erlebt haben und mit welchen Strategien sie über Jahre hinweg ihr Überleben gesichert haben. Viele dieser Strategien waren einst notwendig – können im heutigen Leben jedoch zu Belastungen werden, die neue Wege und unterstützende Strukturen erfordern.
Ein besonderer Blick gilt Menschen mit dissoziativen Identitätsstrukturen (diagnostisch als Dissoziative Identitätsstörung – DIS – bezeichnet). Bei ihnen zeigen sich im Kontext von Trauma spezifische Merkmale, die Fachkräfte kennen sollten. Menschen, die seit frühester Kindheit schwerste physische, psychische oder sexualisierte Gewalt erlebt haben, entwickeln häufig ausgeprägte dissoziative Zustände bis hin zu komplexen Identitätsstrukturen. Eine DIS wird oft spät oder gar nicht diagnostiziert, weshalb viele Fachkräfte bereits mit betroffenen Personen gearbeitet haben, ohne die dahinterliegende Struktur zu erkennen.
Menschen mit DIS verfügen häufig über hochfunktionale Innenpersonen: Einerseits können sie ihren Alltag beeindruckend kompetent meistern, andererseits gibt es Anteile oder Situationen, in denen Funktionen brüchig werden oder zeitweise gar nicht verfügbar sind. Für eine stabile Begleitung benötigen sie meist ein gut abgestimmtes Helfernetzwerk – jedoch ist genau das im Alltag häufig schwer sicherzustellen. Fachkräfte erleben daher nicht selten Verunsicherung, Überforderung oder fehlende Ressourcen.
Das Seminar schafft Raum, um sich fachlich fundiert und praxisnah mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es unterstützt Fachkräfte darin, Sicherheit im Umgang zu gewinnen, die eigene Rolle zu klären und eine professionelle, zugewandte Haltung zu entwickeln – besonders dann, wenn anhaltender Täter*innenkontakt oder komplexe Dynamiken die Beratung erschweren.
Schwerpunkte der Fachfortbildung
- Grundlagen: Was verstehen wir unter einer DIS / dissoziativen Identitätsstruktur?
Einordnung, Begrifflichkeiten
- Wer spricht von was?
Abgrenzung zwischen Fachsprache und Alltagssprache - Rollen- und Aufgabenklärung
Was gehört in die Beratung? Was gehört in die Therapie? Was liegt dazwischen? - Rahmen & Setting
Was kann meine Einrichtung anbieten? Welche Ressourcen haben wir? Welche Grenzen? - Schutz und Sicherheit
Stabilisierung, Umgang mit akuten Belastungen, Umgang mit Täter*innenkontakt.
- Professionelle Haltung
Traumapädagogische und systemische Grundlagen, Selbstwirksamkeit und Beziehungsgestaltung. - Gegenübertragungen
Was löst die Arbeit in mir aus? Wie erkenne ich Verstrickungen? Was brauche ich? - Selbstfürsorge in hochbelasteten Arbeitsfeldern
Handlungsspielräume, Teamkultur, institutionelle Verantwortung. - Netzwerkarbeit
Kooperation zwischen Beratung, Therapie, Medizin, Jugendhilfe, Polizei u.a. - Praxis: Fallbeispiel und kollegialer Austausch
Raum für Fragen, Reflexion und Austausch
Nutzen Sie diese Fachfortbildung, Ihre Kompetenzen zu erweitern, Unsicherheiten abzubauen und eine professionelle, zugewandte Haltung zu entwickeln, um Menschen mit DIS und komplexen Identitätsstrukturen bestmöglich zu unterstützen.
Wichtig für Ihre Anmeldung:
- Betreff: Anmeldung Fobi DIS 2026
- Vorname, Nachname
- Rechnungsadresse (Träger)
Sie erhalten von uns per Mail zeitnah eine Buchungsbestätigung (Organisation: Claudia Stöger-Müller).
Bezahlung: Mit der Buchungsbestätigung erhalten Sie eine Rechnung, die Sie bitte bis spätestens zum 10.03.2026 begleichen.
Die Buchungsbestätigung für unsere Fachfortbildung wird mit Eingang der Zahlung verbindlich.
Im Falle eines Rücktritts von der Anmeldung oder bei Nichtteilnahme werden folgende pauschale Rücktrittskosten erhoben:
- bei Rücktritt bis mehr als 4 Wochen vor Veranstaltungsbeginn: kostenfrei
- bei Rücktritt bis 1 Woche vor Veranstaltungsbeginn: 50 % der Teilnahmegebühr
- bei Rücktritt innerhalb der letzten Woche vor Veranstaltungsbeginn: 75 % der Teilnahmegebühr
- ab dem Tag des Veranstaltungsbeginns oder bei Nichtteilnahme: 100 % der Teilnahmegebühr

